Freibeträge

Freibetrag für gesetzliche Renten

Die Freibeträge für Renten aus der gesetzlichen Rentenversicherung (Alters-, Erwerbsminderungs-, Witwen- und Waisenrenten) sowie gleichgestellte Renten (aus landwirtschaftlichen Alterskassen, berufsständischen Versorgungseinrichtungen oder Rürup-Verträgen) richten sich nach dem Jahr des Rentenbeginns und sinken für jeden Rentnerjahrgang schrittweise. Der Freibetrag wird auf Grundlage der im Jahr nach Rentenbeginn bezogenen Rente berechnet und in dieser Höhe bis ans Lebensende festgeschrieben, d.h. alle späteren Rentenerhöhungen unterliegen in voller Höhe der Besteuerung. Bei all denen, die schon vor 2005 in Rente waren, dient die Rente aus dem Jahre 2005 als Berechnungsgrundlage. Erfolgt statt einer lebenslangen Rente eine Kapitalauszahlung, wie dies bei Versorgungswerken möglich ist, gelten dieselben Freibeträge.
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Versorgungsfreibetrag für Pensionen

Das „Alterseinkünftegesetz“ regelt auch die Besteuerung von Versorgungsbezügen ab 2005 neu. Dies betrifft sowohl Beamtenpensionen, als auch Firmenrenten und -pensionen, die im Berufsleben aus steuerfreien Einkünften finanziert wurden (Unterstützungskassen, Pensionszusagen). Auszahlungen aus Direktversicherungen und Versorgungsleistungen aus Pensionskassen und Pensionsfonds gehören übrigens nicht in diese Kategorie. (Wenn Sie nicht genau wissen, wie die Altersvorsorge ihres ehemaligen Arbeitgebers einzuordnen ist, kann Ihnen die „Leistungsmittlung“ helfen und im Zweifelsfall auch die Personalabteilung der Ex-Firma.)

Die Pensionen, die ehemalige Beamte oder Angestellte auf Steuerkarte beziehen, werden steuerlich wie Arbeitslohn behandelt. Wegen der ungleichen Behandlung im Vergleich mit gesetzlichen Renten wurde dereinst ein Versorgungsfreibetrag für Pensionen eingeführt, der nun im Zuge der Angleichung der Besteuerung von Renten und Versorgungsbezügen schrittweise abgeschmolzen wird. Der Versorgungsfreibetrag beträgt maximal 40 Prozent der Pension und höchstens 3.000 Euro pro Jahr, hinzu kommt als Ausgleich für den Wegfall des Arbeitnehmer-Pauschbetrags ein Zuschlag von maximal 900 Euro pro Jahr.

Die Höhe von Versorgungsfreibetrag und Zuschlag richtet sich nach dem Jahr, in dem die Pension erstmals gezahlt wird. Sie werden auf Basis der ersten vollen Monatspension berechnet (einschließlich voraussichtlicher Sonderzahlungen im Kalenderjahr) und gelten für die gesamt Laufzeit der Pension unverändert weiter. Bei Pensionsbeginn vor 2005 sind die Januarpension 2005 und die Sonderzahlungen im Jahre 2005 maßgeblich. Versorgungsfreibetrag und Zuschlag erhalten Firmenpensionäre erst ab dem 63. Lebensjahr, Schwerbehinderte ab dem 60. Lebensjahr. Bei Beamtenpensionen und Firmenpensionen, die wegen Berufs-, Erwerbsunfähigkeit oder an Hinterbliebene gezahlt werden, gibt es keine Altersgrenze.

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Altersentlastungsbetrag für Arbeitslöhne und andere Nebeneinkünfte

Ab dem Kalenderjahr, in dem ein Renter oder Pensionär 65 Jahre alt wird (wer am 1. Januar Geburtstag hat, wird dem Geburtjahrgang des Vorjahres zugerechnet), hat er Anspruch auf einen Altersentlastungsbetrag für einen zusätzlichen Arbeitslohn sowie weitere Nebeneinkünfte (aus Kapitalvermögen, Vermietung und Verpachtung, privaten Veräußerungsgeschäften, selbständiger Arbeit, sowie voll steuerpflichtige Leistungen aus Pensionsfonds, Pensionskassen und Riester-Verträgen). Die Höhe des Altersentlastungsbetrages ist vom Geburtsjahr abhängig und sinkt mit jedem Geburtsjahrgang. Der Altersentlastungsbetrag wird auf Basis des Bruttolohns bestimmt, andere Nebeneinnahmen müssen vorher um Werbungskosten (beziehungsweise Betriebsausgaben oder Sparerfreibetrag) gekürzt werden.

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Freibetrag für private Renten

Leistungen privater Lebens- und Rentenversicherungen können als einmalige Kapitalabfindung, in mehreren Raten oder als lebenslange Rente ausgezahlt werden. Vor 2005 abgeschlossene Lebensversicherungen sind als Kapitalabfindung unter bestimmten Bedingungen ganz steuerfrei (12 Jahre Laufzeit, 5 Jahre Beitragszahlung). Werden Rentenzahlungen vereinbart, sind diese teilweise steuerpflichtig, unabhängig davon, ob der Vertrag vor oder seit 2005 abgeschlossen wurde. Besteuert wird in diesem Fall der Ertragsanteil, ein fiktiv festgelegter Zinsanteil, der sich nach dem Lebensalter bei Rentenbeginn bemißt. Die entsprechenden Freibeträge sind auszugsweise in der Tabelle dargestellt. Auszahlungen aus einer Lebensversicherung werden als Kapitaleinkünfte voll steuerpflichtig, wenn eine der Voraussetzungen der Steuerbegünstigung nicht erfüllt wird.

Auch Leistungen beispielsweise aus betrieblichen Direktversicherungen, Pensionskassen, Pensionsfonds oder VBL-Renten unterliegen nur mit dem Ertragsanteil der Besteuerung, wenn die Beiträge im Berufsleben aus versteuertem Einkommen finanziert wurden. Privatrenten, die auf Grund privater Vereinbarungen als Gegenleistung beispielweise für eine Grundstücksübertragung gezahlt werden, sind unter Umständen mit ihrem Ertragsanteil steuerpflichtig. Die Vereinbarung solcher Privatrenten bedarf gerade im Zusammenhang mit der Vermögensübertragung unter Angehörigen einer individuellen steuerlichen Beratung und soll hier nicht weiter erörtert werden.

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Freibetrag für private zeitlich befristete Renten

Die Freibeträge für privat finanzierte Renten, die auf eine bestimmte Laufzeit begrenzt sind, beispielsweise private Berufsunfähigkeitsversicherungen, bemessen sich nach der Laufzeit und dem Alter bei Rentenbeginn. Ist das in der Tabelle angegebene Mindestalter bei Rentenbeginn erreicht, kommen die Steuerfreibeträge für private Renten ohne zeitliche Begrenzung aus der darüberstehenden Tabelle zur Anwendung.

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Behindertenpauschbetrag

Den Behindertenpauschbetrag erhalten Menschen mit einem Grad der Behinderung von mindestens 50 Prozent. Bei einem niedrigerem Grad der Behinderung von mindestens 25 Prozent gibt es den Behindertenpauschbetrag dann, wenn die Behinderung zu einer dauernden Einbuße der körperlichen Beweglichkeit führt oder auf einer Berufskrankheit beruht oder wegen der Behinderung ein gesetzlicher Anspruch auf Renten besteht (auch wenn dieser ruht oder durch eine Kapitalzahlung abgefunden wurde). Die Höhe des Pauschbetrages richtet sich nach dem dauernden Grad der Behinderung. Für Blinde und Behinderte, die hilflos sind, erhöht sich der Pauschbetrag unabhängig vom Grad ihrer Behinderung auf 3.700 Euro.
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Weitere Freibeträge

Für die Pauschalen in der Tabelle gilt grundsätzlich, daß diese ohne Belege vom Finanzamt automatisch abgezogen werden. Somit muß nicht jeder kleine Betrag notiert und jeder Beleg aufgehoben werden. Sind ihre tatsächlichen Aufwendungen jedoch deutlich höher als die jeweilige Pauschale, dann können Sie diese Ausgaben in ihrer vollen Höhe geltend machen, wenn Sie diese belegen.
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