(Schon wieder) neue Pläne zur Rentenbesteuerung

Vielleicht haben Sie vor einigen Wochen auch über die Medien mitbekommen, daß die FDP eine Vereinfachung der Besteuerung von Renten plant. Kern des Vorschlags war ein „Steuerabzug an der Quelle“, also bereits bei Auszahlung der Renten, so wie dies auch bei der Lohnsteuer erfolgt. Das Ganze wurde als Wohltat im Zeichen von Bürokratieabbau und Bürgerfreundlichkeit verkauft und brachte den FDP-Finanzexperten einen Tag lang in die Schlagzeilen (siehe beispielsweise hier).

Dass sich hinter dieser „Vereinfachung“ der Rentensteuer außer viel heißer Luft sogar eher eine Verkomplizierung verbirgt, machte am nächsten Tag die Deutsche Steuergewerkschaft in einer Presseerklärung deutlich. Zum einen, weil sich dann Bezieher einer (hohen) Rente ihre vorab abgeführte Steuer wieder vom Finanzamt zurückholen müssten, wenn sie Abzüge steuerlich geltend machen können. Und zum anderen, weil die Rentenversicherungsträger gar nicht die anderen Einkünfte eines Rentners kennen und dieser bei weiteren Einkunftsquellen auch nicht um Steuererklärung und Nachzahlung herum käme.

Ungefähr dasselbe kann man seit kurzem auch auf der Webseite des Bundesfinanzministeriums nachlesen:

Ein „Steuerabzug an der Quelle“ wurde damit im damaligen Gesetzgebungsverfahren als ineffizient erachtet.

Dennoch rückt die Bundesregierung nicht von der in den Koalitionsvereinbarungen festgeschriebenen Verbesserung des Verfahrens der Besteuerung von Renten ab. Bezeichnenderweise heißt es dazu am selben Ort:

Wie das konkret umgesetzt werden soll, ist noch nicht geregelt.

Dennoch erfährt man ein wenig über die Umsetzung, nämlich genau soviel:

Im Mittelpunkt steht die Idee, den Bürgern durch das Angebot einer vorausgefüllten Steuererklärung zu helfen. Die technische Abwicklung im Einzelnen ist noch mit den Ländern abzustimmen.

Angesichts dieser Ab- und Aussichten wird es immer schwieriger, einem steuerpflichtigen Rentner eine gute Handlungsempfehlung für den heutigen Tag zu geben. Zum Beispiel zur Frage, ob er eine versäumte Steuererklärung noch nachreichen sollte.